Angelurlaub – Angeln in Island

Fliegenfischen in Island

Fliegenfischen in Island

Angelinteressierte Urlauber werden Island als reines Paradies empfinden. 270 Fischarten leben in den Gewässern in und um Island. Von den einheimischen Fischern werden jedoch nur 25 Arten wirtschaftlich genutzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Meeren und Seen, sind die Gewässer Islands sind kaum schadstoffbelastet. So ist es nur mehr als verständlich, dass sich jedes Jahr viele Reisende in dem Inselstaat einfinden, um dem spannenden Angelhobby nachzugehen.

Fischreichtum lädt zum Angeln ein

Dorsche mit bis zu 30 kg, Heilbutt mit Gewichten bis zu 175 kg, unzählige Schellfische, Köhler, Seeteufel und auch Steinbeißer mit Gewichten von über 10 kg sind hier im Nordatlantik keine Seltenheit und können problemlos gefangen werden. Die im Jahr 1984 eingeführten Fischereiquoten sorgen für einen kontinuierlichen und reichlichen Fischbestand. Oft kommen Urlauber mit beachtlichen Fängen von bis zu 500 kg zurück. Theoretisch ist das Angeln und Sportfischen in Island ganzjährig möglich, doch es empfehlt sich, die angenehmen Frühjahrs- und Sommermonate für dieses besondere Erlebnis zu nutzen. In dieser Zeit ist der Fischbestand am größten, das Erfolgserlebnis damit garantiert. In der kurzen Zeit zwischen Mitte Juni und Ende August ist es auch möglich, Lachse in den Flüssen zu fangen. Forelle und Seesaibling können von Mai bis Ende September gefangen werden.

Fischarten:

Küstengewässer:

  • Dorsch
  • Steinbeißer
  • Schellfisch
  • Heilbutt
  • Kabeljau
  • Hering

Binnengewässer:

  • Lachs
  • Forelle
  • Seesaiblin

 

Das passende Boot mieten und die Fjorde erobern

Verschiedene Anbieter stellen ihre Boote für aufregende und ausgiebige Angeltouren zur Verfügung. Diese sind perfekt ausgestattet, damit der persönliche Fang auch sicher an Land gebracht werden kann. Auch für die persönliche Sicherheit ist auf diesen Booten gesorgt. Einige Anbieter stellen Boote der 8-Meter-Klasse zur Verfügung, die mit Funkgerät, einem Farb-Echolot, Plotter, einer Rettungsinsel, diversen Schwimmwesten, Signalraketen, Feuerlöscher und einem automatischen Peilsystem ausgestattet sind. Diese Boote verfügen zudem über große, mit Eis gefüllte Behälter, damit der Fang während der gesamten Tour frisch bleibt. Andere Bootsverleiher stellen auch kleinere Boote zur Verfügung, die jedoch den gleichen Sicherheitsanforderungen standhalten. Einige Boote sind sogar mit GPS ausgestattet, die einem Urlauber die besten Fanggebiete verraten. Die geläufigsten Mietboote sind mit einem 130-PS-Dieselmotor ausgestattet. Geschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten bringen somit jeden Angler schnell zu den ergiebigen Fischgründen.

Bootführerschein erforderlich?

Um ein Boot in den isländischen Fjorden führen zu dürfen, ist es erforderlich, dass mindestens ein Mitglied der Reisegruppe über einen Bootsführerschein verfügt. Sofern vorhanden, sollte dieser also auf jeden Fall mitgenommen werden. Besitzt niemand der Gruppe einen Bootsführerschein, so gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Vor Ort kann eine Genehmigung zur Führung eines Bootes gegen eine geringe Gebühr erteilt werden. Hierfür müssen lediglich ein paar Fragen beantwortet werden, Zeitaufwand ca. eine halbe Stunde. Urlaubern, die gerne Angeln, sollte dieser kleine Test nicht schwerfallen. 2. Es kann eine geführte Bootstour vereinbart werden. Hierbei begleitet ein Betreuer den Ausflug und bringt die Reisegruppe zu den Fischgründen.

Angelschein erforderlich?

Einen Angelschein können Reisende vor Ort für ca. 60€ erwerben. Dieser Schein berechtigt ein ganzes Jahr lang zum Angeln auf über 30 Flüssen und Seen in Island. Dieser Schein ist besonders geeignet für Gruppen, die über eine längere Zeit alleine durch ganz Island reisen und an unterschiedlichen Stellen angeln möchten. Wird ein Boot für das Angeln angemietet, so empfiehlt es sich, mit dem Anbieter abzuklären, welche Scheine im konkreten Fall anzuraten sind. Für eine einzelne Angeltour ist meist kein Angelschein erforderlich. Die Informationszentren geben hierüber gerne ausführlich Auskunft.

Angelausrüstung für den großen Fang

Eine auf die Fische abgestimmte Angelausrüstung kann in Island problemlos gemietet werden. Bei der Wahl der richtigen Ruten und Köder ist es wichtig zu beachten, in welchem Gebiet geangelt und welcher Fisch gefangen werden soll. Die Wassertiefe, in der geangelt wird, variiert zwischen 20 und 50 m. An der Abbruchkante zum Eisfjord können sogar bis zu 80 m erreicht werden. Gerade hier sind oftmals dir dicksten Dorsche zu finden. Auch die sehr wechselhaften Strömungsverhältnisse stellen die Anglerausrüstung auf eine Probe. Neben regionalen Gegebenheiten sind diese auch von der Tide abhängig. Manchmal reichen 150 Gramm in ruhigen Gewässern aus, in Gegensatz dazu kann es aber auch schon bei 25 m Schwierigkeiten mit 750 Gramm-Pilkern Probleme geben. Teilweise ist es eine wahre Herausforderung die Grundberührung beizubehalten. Die in normalen Handel erhältlichen Köder sind keinesfalls auf die isländischen Fische ausgerichtet. Es wird empfohlen Haken gegen Sprengringe zu tauschen. Hierbei sollte unbedingt auf eine gute Qualität aller Teile geachtet werden.

Zur Grundausstattung gehört eine 30-lbs-Rute mit einer hochwertigen Multirolle. Auch eine hochwertige Pilk-Kombination sollte verfügbar sein. Bei den Schnüren dürfen ebenfalls keine Abstriche gemacht werden. 0,30er geflochtene Schnur ist für die Jagd auf großen Heilbutt unbedingt erforderlich. In Island muss immer damit gerechnet werden, dass sich ein durchaus kapitaler Fisch an den Haken kommt. Diesem kann man nur mit einer stabilen und hochwertigen Ausrüstung Herr werden. Besonders populär sind die in den letzten Jahren entwickelten „Inline“-Ruten. Diese haben eine sehr gute Biegekurve und benötigen keine Rutenringe. Als Köder für das Hochseefischen sollten folgende Artikel mitgeführt werden: Schwere Pilker von 200 g bis 750 g und große Jigköpfe von 250 g bis 600 g mit XXL-Gummiflaschen und Twistern bis ca. 40 cm Länge. Mit diesen größeren Ködern können auch Fische von beachtlicher Größe gefangen werden. Das Angeln ist natürlich auch mit kleineren Ködern möglich, doch dann muss ein Angler damit rechnen, dass 5-kg-Dorsche das Maximum sind, was relativ leicht geangelt werden kann. Fische dieser Größe sind völlig normal in Island. Aber gerade die größeren Exemplare machen den Reiz für Island-Urlauber aus. Für Steinbeißer haben sich neben geläufigen Naturködermontagen auch Grundblei und Seitenarm, vereinzelt sogar Pilker bewährt. Hier empfiehlt es sich zusätzlich kleine Fischfetzen auf den Haken zu ziehen. Wer nicht im Besitz einer kompletten Angelausstattung ist, kann sich vor Ort alles ausleihen oder kaufen, was er für das Angeln in Island benötigt.

Einfuhr & Zoll

Grundsätzlich gilt, dass jeder Angler und Sportfischer seinen Fang behalten und vor Ort verzehren darf. Oftmals wird aber viel mehr aus dem Wasser gefischt als persönlich verarbeitet und gegessen werden kann. Hierfür gibt es eine öffentliche Annahmestelle, die den Fisch gerne übernimmt. Dort wird der Fisch professionell verarbeitet, schockgefrostet und in Styroporkisten verstaut. Der Angler bekommt im Anschluss 20 kg Fischfilets seiner selbstgefangenen Fische. Diese maximal 20 kg Fischereierzeugnisse dürfen auch in andere Länder der EU, also auch nach Deutschland, mitgenommen und zollfrei eingeführt werden. Für den Zoll spielt es keine Rolle ob sich diese 20 kg aus vielen kleinen Fischen oder einem einzigen Fisch, der dieses Gewicht auf die Waage bringt, handelt. Wird das Gewicht überschritten, so zieht der Zoll alle Fischerzeugnisse über 20 kg ein und vernichtet sie. Dies lässt sich auch nicht durch eine Zahlung verhindern. Wer all diese Punktbeachtet, wird sich mit dem Angeln in Island ein unvergessliches Erlebnis schaffen.

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