Nordisland

Die nördliche Hälfte Island hat Reisenden viele beeindruckende und bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Im Land der Vulkane und Gewässer, der Trolle und Feen und der grünen Wiesen und eiskalten Gletscher, zeigt die Natur wie vielseitig sie sich gestaltet. Kein Tag gleicht dem anderen, denn Nordisland verändert ständig sein Gesicht und bietet seinen Besuchern Naturspektakel der besonderen Art.

Akureyrí:

Akureyrí, die viertgrößte Stadt Islands ist neben der Hauptstadt Reykjavík die größte Metropole des Landes. Sie wird auch gerne als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet. Mit ca. 16.000 Einwohnern ist die Stadt nur gering besiedelt ist, dennoch gilt sie als anerkanntes Dienstleistungszentrum. In Akureyrí wurde die zweite Universität des Landes in den 1980er Jahren errichtet. Diese Tatsache und die sehr gut ausgebaute Infrastruktur der Stadt gibt Akureyrí einen Hauch von Großstadtflair. Es lohnt sich durch die Stadt zu flanieren und die Atmosphäre zu genießen. Die Fußgängerzone bietet zahlreiche Shoppingmöglichkeiten an, im Anschluss kann gemütlich ein Cappuccino in einem der zahlreichen Cafés genossen werden. In der Stadtmitte lädt die Kirche Akureyrarkirkja zu einem Besuch ein. Die 1940 eingeweihte Kirche ist gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche verfügt über zwei imposante Orgeln, eine wurde in Island, eine in Deutschland gefertigt. Die Kirche wurde zu Ehren des Pfarrers und Dichters Matthías Jochumssons errichtet, der gleichzeitig Schöpfer der isländischen Nationalhymne war. Auch den botanischen Garten sollten Reisende unbedingt besuchen. Hier werden nahezu alle einheimischen Pflanzen, Moose, Flechten und Kräuter vorgestellt, aber auch ausländische Gewächse werden hier ansprechend präsentiert.

Myvatn See

Myvatn See

Die Halbinsel Vatnsnes:

Reisende, die einem sagenumwobenen Troll begegnen möchten, sollten einen Abstecher auf die Halbinsel Vatnsnes in Nordwesten des Landes unternehmen. Eine Schotterpiste umrundet die Halbinsel, auf der Berge bis zu 1000 m hoch in den Himmel ragen. An der Ostküste von Vatnsnes ergebt sich der Basaltfelsen Hvítserkur aus dem Meer. Der Sage nach war dies einmal ein Troll, der im Sonnenlicht zu Stein erstarrte, weil er das Kloster Þingeyrar, Islands erstes Kloster aus dem 12. Jahrhundert, mit Steinen bewarf. Eine weitere Attraktion macht diese Halbinsel einen Besuch der Halbinsel zu einem besonderen Erlebnis, die Seehundbucht Hindisvík. Hier können das ganze Jahr über Ringelrobben und Seehunde in ihren Kolonien beobachtet werden.

Mývatn:

Eine weitere Region, die bei einer Reise durch Nordisland besucht werden sollte ist das Gebiet rund um den Mývatn See, dem sogenannten Mückensee. Der See ist das viertgrößte Gewässer Islands und liegt im 50 km südlich der Stadt Küstenortes Húsavík im Nordosten Islands. Der See gehört zur Gemeinde Skútustaðir. Doch keine Sorge, bei den riesigen Mückenschwärmen handelt sich meist um Arten, die nicht stechen können. Die Vielzahl der Mücken ist Nahrungsgrundlage vieler Vögel und Fische. Die gesamte Uferzone des Mývatn ist ein Vogelschutzgebiet, in dem zahlreiche Vogelarten leben. Der See befindet sich in einem Vulkangebiet, Urlauber können dort spektakuläre Lavaformationen bestaunen.

Hier eine kleine Übersicht über sehenswerte Anlaufpunkte in diesem Gebiet um den Mývatn See: 

  • Hverfjall, ein Vuklankrater, der zum Vulkansystem der Krafla gehört.
  • Das Gebiet Dimmuborgir, 2000 Jahre alte Tuffsteinformationen, ein Lavafeld mit bizzarren Steinformationen, der Mythologie nach leben dort Elfen und Trolle.
  • Die Kraterreihe Lúdentsborgir, Tuffringe als Folge eines einmaligen Vulkanausbruchs.
  • Badegrotten Grjótagjá und Stóragjá, die je nach Wetterlage eingeschränkt zum Baden freigegeben sind.
  • Der Vindbelgjarfjall, kann über einen Wanderweg erreicht werden, sehr guter Aussichtspunkt auf den See und die Umgebung.
  • Der Námafjall, der Bergrücken eines noch aktiven Vulkans auf Námaskjað und eines der größten Solfatarenfelder Islands bietet ebenfalls einen atemberaubenden Ausblick auf Mývatn und die Region . Hier können zudem heiße und sprudelnde Quellen besichtigt werden.
  • Leirhnjukur, ein weiterer Vulkan des Vulkansystems der Krafla, der Gipfel kann ebenfalls bestiegen werden, vorbei an pechschwarzen Lavaströmen.
  • Weitere Schildvulkane und Tafelberge
Dettifoss

Der Dettifoss Wasserfall

 

Der Dettifoss Wasserfall:

Ein Spektakel der besonderen Art verspricht ein Besuch des Dettifoss. Dabei handelt es sich um den größten isländischen Wasserfall und einen der bedeutendsten und mächtigsten Wasserfälle Europas. Auf einer Breite von 100 m und einer Höhe von 45 m stürzt sich das Wasser hier in die Tiefe. Je nach Wetterlage und mit etwas Glück können hier traumhaft schöne Regenbogen zu sehen sein. Wenige Hundert Meter weiter flussaufwärts befindet sich der kleinere, aber ebenfalls schöne Wasserfall Selfoss.

Die Ásbyrgi Schlucht:

Nördlich des Dettifoss liegt die Schlucht Ásbyrgi. Sie ist ca. 3,5 km lang und erinnert an die Form eines Hufeisens. Die Legende besagt, dass es sich dabei um einen Hufabdurck des achtbeinigen Pferdes Sleipnir, dem treuen Begleiter des Gottes Odin, handelt. Dieser Canyon bildete sich durch das Schmelzwasser zweier Flüsse. Ursprünglich waren es zwei Schluchten, die sich durch die Verlagerung der Flüsse und die damit fortschreitende Erosion zu einer Schlucht vereinten. Reisenden bietet sich hier eine sehr großzügige Vegetation.

Der Fjord Húsavík:

Húsavík gehört zu den Ostfjorden Islands. Hier können von Zeit zu Zeit Wale und Delfine gesichtet werden. Da dies jedoch immer ungewiss ist, lohnt sich ein Besuch im Walmuseum Hvalasafnið á Húsavík. Hier können 22 Wal- und Delfinarten bestaunt werden. Das Museum bietet viele Informationen rund um die Meeressäuger und gibt einen Einblick in die Geschichte des umstrittenen Walfangs in Islands. Ebenso sollten Urlauber das hiesige Heimatmuseum besuchen. Hier gibt es viele sehenswerte Ausstellungsobjekte, u. a. eine Reproduktion einer Gudbrandur-Bibel aus dem Jahr 1584. Eine weitere Attraktion dieses Museums ist ein ausgestopfter Eisbär, der auf einer Scholle von Grönland bis nach Island trieb. Und auch die zweigeschossige Kirche Húsavikurkirkja lädt zu einem Besuch ein. Mit ihrem 26 m hohen Glockenturm und ihrem schon von weitem erkennbaren grünen Dach, ist sie eins der auffälligsten Gebäude dieser Region. Húsavík beschreibt noch eine andere, sehr schöne Geschichte, denn hier siedelten sich inoffiziell die ersten Einwohner Islands an. Der schwedische Wikinger Garðar Svavarsson baute hier 850 n. Chr. in der Bucht auf der Halbinsel Tjörnes das erste Haus. Als er wieder abreiste, blieben seine drei Begleiter und Sklaven in Island zurück. Da diese jedoch keinen nennenswerten gesellschaftlichen Status hatten, erkennt Island diese Menschen nicht als erste Siedler Islands an.

Nordisland auf der Karte

 

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