Der Thingvellir Nationalpark

Wer auf den historischen Spuren Islands wandeln möchte, sollte einen Besuch im Þingvellir Nationalpark unbedingt einplanen. Der 237 km² große Park liegt ca. 40 km östlich von der Hauptstadt Reykjavík im südöstlichen Teil Islands und damit am Nordufer des Sees Þingvallavatn. Gegründet wurde der Nationalpark im Jahr 1930. Die UNESCO hat diesen Nationalpark im Jahr 2004 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Gelände des Parks hat Reisenden viele spannende Attraktionen zu bieten, da sich hier sowohl geschichtsträchtige Ereignisse nachvollziehen als auch geologische Besonderheiten bestaunen lassen.

Die Geschichte des Nationalparks Thingvellir

Thingvellir

Thingvellir

Der Name der Region Þingvellir heißt übersetzt so viel wie „Ebene der Volksversammlung“. Die Geschichte des Landes beschreibt, dass hier bereits im Jahr 930 zwei Wochen zur Zeit der Sommersonnenwende jeden Jahres Versammlungen abgehalten wurden. Vertreter aller Regionen, die sogenannten Goden, kamen über Reitwege aus allen Himmelsrichtungen des Landes zu diesem Ort, um Nachrichten auszutauschen und regen Handel zu treiben. Hier wurde auch die Gerichtsbarkeit ausgeübt und Urteile vollstreckt. So fanden Frauen, die des Ehebruchs überführt oder der Hexerei bezichtigt wurden, im Ertränkungspfuhl den Tod. Im Gegensatz dazu wurden Männer, denen eine Straftat nachgewiesen werden konnte, am Galgenfelsen aufgehängt oder sie wurden enthauptet. Auch wurden hier neue Gesetze erlassen. Damit handelt es sich um eins der drei ältesten Parlamente der Welt. Im Jahr 1000 wurde hier auch die Annahme des Christentums beschlossen. Und am 17. Juni 1944 wurde an diesem denkwürdigen Ort die Republik Island ausgerufen.

Wenn sich die Welt bewegt – Aktive Vulkansysteme im Thingvellir

Der Nationalpark Þingvellir kann noch mit einer weiteren Besonderheit ganz anderer Art aufwarten. Þingvellir ist umgeben von vier aktiven Vulkansystemen und liegt in einem Grabenbruch, der sogenannten Rift-Zone. Der Fluss Öxará zieht sich durch dieses Gebiet und ergießt sich in der Schlucht Almannagjá im Öxarárfoss. Es wird vermutet, dass dieser Wasserfall künstlich angelegt wurde, um eine Wasserversorgung der ursprünglichen Siedler sicherzustellen. In diesem Gebiet driften die eurasischen und die amerikanischen tektonischen Platten auseinander. Dieser fortwährende Prozess der Krustenverschiebung hat deutlich Spuren hinterlassen. In den letzten 10.000 Jahren haben sich die Platten 70 m voneinander entfernt, der Talboden wurde um über 40 m abgesenkt. Die Platten driften auch heute noch 1-2 cm jährlich auseinander. Imposante Felsspalten und Risse wie die Almannagjá-Schlucht oder auch die Silfra-Spalte zeigen hier deutlich, welche Macht und gewaltige Kraft die Natur hat. Es lohnt sich also für Besucher Islands, diese Phänomene bei einer Besichtigungstour mit einzuplanen. Des Weiteren gehören der Wasserfall Gullfoss und die heißen, sprudelnden Geysire des Haukadalur, dem Tal am Fuße des Berges Laugarfjall, zu den attraktiven Sehenswürdigkeiten des Nationalpark Þingvellir.

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Geographische Lage des Thingvellir

 

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